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YOGA
PHILOSOPHIE
Quelltexte
Quelltexte
Sucht man nach den Ursprüngen des Yoga, so muss man sich weit in die Vergangenheit bewegen. Ausgrabungen im Industal, die erst ab 1920 begonnen wurden, legten uralte Städte einer bis damals unbekannten Hochkultur frei. Hierzu gehörten die Städte der Indus Kulturen (ca.2800 v.Chr. - 1800 v.Chr.) von Mohenjodaro, Harappa und Meghara welche sich im heutigen Pakistan befanden. Diese bildeten eine der drei frühesten Hochkulturen der Menschheit zusammen mit Sumer (ca.3500 v.Chr. - 2000 v.Chr.) und Ägypten (ca.3150 v.Chr. - 395 n.Chr.). Aus dieser Zeit sind bei Ausgrabungen Steinsiegel gefunden worden, die Menschen oder Götter in Asanas, vorwiegend dem Lotossitz zeigen.
Um näher auf die Frage nach Quelltexten einzugehen, ist es wichtig die unterschiedlichen Arten von Schriften zu kennen, welche aus den Kulturen des indischen Subkontinentes hervorgingen. Dies ist wichtig um zu verstehen, wie sich verschiedene Philosophien, einschließlich des Buddhismus aus diesen Schriften entwickelten.
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Shrutis श्रुति , wörtl.: "das Gehörte"
bezeichnen zeitlose Offenbarungen, die von den Rishis (Weisen) direkt vom Göttlichen "gehört" und niedergeschrieben wurde. Diese Schriften besitzen den höchsten Stellenwert und sind unanfechtbar. Hierzu gehören die 4 Veden. -
Smritis स्मॄति , wörtl.: "was erinnert wird"
Besitzen insofern Autorität im Hinduismus, als das sie mit den früheren Texten der Shrutis übereinstimmen. Smritis besitzen ihrerseits Unterkategorien wie Dichtungen und Epen (die Itihasas), religiöse Texte (die 16 großen Puranas) oder die Gesetztestexte (Dharmashastras).
Als die ältesten Quelltexte des Yoga gelten die Veden (veda = Wissen, Weisheit). Diese sind in der Zeit des Vedismus (ca. 1500-900 v.Chr.) entstanden und prägten dessen Vorstellung und Brauchtum. Die Veden gehören den Shrutis an und sind daher nach indischer Tradition als absolute Wahrheit anzuerkennen. Doch auch die Veden sind Sammlungen verschiedener Texte.
Die Veden entstanden über einen längeren Zeitraum von etwa 1500 v. Chr. bis 500 v. Chr.. Die Veden stellen erstmals schriftliche Fixierungen von teilweise jahrtausende alten mündlichen Überlieferungen dar. Die heiligen Schriften entwickelten dabei unterschiedliche Textschichten. Die Ältesten sind die Samhitas - Hymnen, gefolgt von den Brahmanas - Ritualtexte, den Aranyakas - Waldtexte und den Upanishaden - Philosophische Lehren.. Diese Textschichten sind jedoch nicht immer klar getrennt.
ऋग्वेद ṛgveda - Rigveda
Die Rigvedasamhita enthält 1028 Lieder in 10 Mandalas (Liederkreisen). Die ältesten dieser Lieder wurden vor ihrer niederschrift bereits mindestens 3000 Jahre mündlich weitergegeben. Die exakte und detailgenaue Wiedergabe der gelernten Texte, die vom Vater zum Sohn oder vom Lehrer zum Schüler weitergegeben wurden, spielte dabei eine so essentielle Rolle, dass praktisch von einer Tonbandaufnahme gesprochen werden kann. Die hier enthaltenen Hymnen dienten vor allem dem "Hotri" Rufer, einem Priester im indischen Opferkult. Die Hymnen beinhalten Lobgesänge auf verschiedene Naturgottheiten und Flüsse. Darunter der Sindhu, welches der vedische Name für den heutigen Fluss Indus war. Große Teile des Rigveda wurden in der vedischen Sprache verfasst diese gilt als komplexer Vorläufer des heutigen, strukturierten Sanskrit. Für den Yoga von wesentlicher Bedeutung ist die im Rigveda enthaltene Aitereya - Upanishad.
सामवेद sāmaveda - Samaveda
Das Samaveda, was übersetzt "Wissen von den Gesängen" bedeutet, greift zum großteil die Hymnen des Rigveda auf, ordnet sie jedoch in die liturgischen melodien des Opferzeremoniells. Unter dessen Priestern wird der Samaveda dem Utgatri (Sänger) zugeordnet. Zu den für das Yoga essentiellen Texten gehört die im Samaveda enthaltenen Chandogya -, und Kena - Upanishaden.
यजुर्वेद yajurveda - Yajurveda
Der Yajurveda ist in zwei Fassungen erhalten geblieben. Dem "weißen" (shukla) - Yajurveda und dem "schwarzen" (krishna) - Yajurveda. Er enthält die Mantras die der Adhvaryu - Prister im vedischen Opferritual beherrschen muss. Für den Yoga erwießen sich die Brihdaranyaka -, und Isha - Upanishad des "weißen"-Yajurveda, sowie die Taitiriya -, Kathaka - und Shvetashvatara - Upanishad des "schwarzen" - Yajurveda als wichtige philosophische Quellen.
अथर्ववेद atharvaveda - Atharvaveda
Der Atharvaveda entstand zeitlich abgesetzt in jüngerer Zeit als seine drei Vorgänger. Er wurde auch erst später in den Kanon der Veden aufgenommen. Er enthält in 20 Büchern und ca. 6000 Versen eine Mischung aus Hymnen, magischen Formeln und anderem Material. Etwa ein Siebtel ist identisch mit dem Rigveda. Atharvan bedeutet ursprünglich Feuerpriester. Aufgrund der magischen Formeln wurde die Heiligkeit dieses Vedas stets etwas in Zweifel gezogen. Die wichtigen yogischen Texte sind die Mundaka -, Prashna -, und Mandukya - Upanishad.
Die jüngsten Textebenen der Veden werden durch die Upanishaden gebildet. Diese sind Zusammenfassungen der vorangegangenen Vede, welche die Essenz des Textes nochmals herausschälen und intensiv beleuchten. Die Upanishaden entstanden etwa in der zeit des indischen Brahmanismus (ca. 900-300 v. Chr.). Nach dieser Zeit folgte der Hinduismus, der je nach Kastenzugehörigkeit oder Verortung in einem vielschichtigen Komplex, unterschiedlicher Bräuche und religiöser Vorstellungen bis heute praktiziert wird.
Vielleicht die bedeutendste Schrift Indiens ist, die Bhagavad Gita. In diesem Buch, das vom Status her unserer westlichen Bibel gleicht, beschreibt Gott Krishna dem Jungen Arjuna die Bedeutung und die vier Wege des Yoga. Die Bahgavad Gita beeinflusste bereits den bekanntesten deutschen Dichter und Denker, Göthe. Dieser erkannte die Weisheit und das Wissen der östlichen Zivilisation.
Die भगवद्गीता bhagavad gītā - Lied, Gesang des Herren, stellt mit ihren 700 Versen in 18 Gesängen ein relativ schmales und komprimiertes Werk dar. Sie ist Bestandteil des mit ca. 100.000 Doppelversen wesentlich umfassenderen Epos Mahabarata. Die Gita, wie sie in Indien verkürzt genannt wird ist im Mahabarata als die Gesänge 25 bis 42 des 6. Buches eingebettet.
