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YOGA
PHILOSOPHIE
Acht Glieder des Yoga
Acht Glieder des Yoga
Der Inhalt der Sutren konzentriert sich auf die Beschreibung der acht Glieder des Yoga. Diese Glieder sind:
- यम yama - Enthaltungen, Selbstkontrolle
Hierzu gehöhren fünf Anweisungen, die ein friedvolles, gemeinschaftliches Zusammenleben fördern.- अहिंसा ahimsa - Gewaltlosigkeit
- सत्य satya - Wahrhaftigkeit
- अस्तेय asteya - Nicht-Stehlen
- ब्रह्मचर्य Brahmacharya - Wandel in Brahman
- अपरिग्रह aparigraha - Nicht-Zugreifen
- नियम niyama - Verhaltensregeln
Patanjali nennt fünf Verhaltensweisen, die spirituelle Entwicklung fördern.- शौच saucha - Reinheit
- संतोष samtosha - Zufriedenheit
- तपस् tapas - Ausdauer
- स्वाध्याय svadyaya - Selbststudium
- ईश्वरप्रणिधान ishvarapranidhana - Hinwendung zu Gott
- आसन āsana - wörtl. bequem Sitzen, Körperhaltungen
- प्राणायाम prāṇāyāma - wörtl. Kontrolle der Lebensenergie (Prana), Atemübungen
- प्रत्याहार pratyahara - das Zurückziehen der Sinne
- धारणा dhāraṇā - Konzentration
- ध्यान dhyāna - Meditation
- समाधि samādhi - Versenkung, Sammlung, Selbsterkenntnis
Für die meisten von uns, beginnt der Yogaweg weder bei Maßnahmen der Enthaltung, noch bei Verhaltensregeln. Wir beginnen häufig bei Schritt nummer 3, den Asanas. Die Auseinandersetzung mit unserem Körper, das hineinspüren in etwas physisches, das kennenlernen unseres Fahrzeuges, welches uns dur diese Welt begleitet, stellt einen greifbareren Einstieg dar, als abstrakte Richtlinien für unser Verhalten. Und dies ist auch gut so! Wo auch immer wir bei den Acht Gliedern beginnen, die einzelnen Schritte von Yama bis Samadhi stellen keine Stufenleiter da, die es zu erklimmen gilt. Vielmehr verlaufen sie im Kreis. Das Ende sucht den Anfang auf und es beginnt eine Erneuerung, eine neue Betrachtungsweise der vorangegangenen Themen.
Vergleichbar ist dieser Weg mit der Darstellung eines sich drehenden Rades mit acht Speichen. Wir beginnen unseren Erkenntnisprozess ganz aussen, auf dem Radkranz. Das bewegte Leben, das sich unaufhörlich zu drehen scheint und uns nicht zur Ruhe kommen lässt, löst in vielen Menschen den Wunsch nach einem Moment der Stille, des Durchatmens und zu Sich selbst kommens aus. So beginnt der Weg des Yoga, der uns in das Zentrum des rotierenden Rades führt. Die Narbe steht still, bewegt sich nicht. Und obwohl sie von den wirbelnden Speichen um sie herum in keinster Weise berührt wird, stellt die Narbe doch das wesentliche Bauteil dar welches dem Rad die Drehung ermöglicht. Auf unserem Spiralförmigen Weg werden wir allen Themen des Achtgliedrigen Pfades immer und immer wieder begegnen. Wir werden erneut unsere Erfahrungen prüfen, Dinge hinzu lernen und immer wieder einen Teil von Samadhi erspüren oder erleben dürfen. Dann beginnen wir wieder bei den Yamas, am Ursprung, spüren wie es ist Anfänger zu sein, mit all der Weisheit unseres vergangenen Weges.
